Lächender Mann in weißem T-Shirt mit Sonnenbrille am Kragen vor unscharfem Sandhintergrund.

Nils Lindhorst

Travel Designer

Ich bin Nils, Senior Reiseplaner bei Take Memories, und wenn es um Kenia und Tansania geht, bist du bei mir richtig. Seit meiner ersten Reise nach Tansania vor rund zwanzig Jahren hat mich Ostafrika nicht mehr losgelassen – privat wie beruflich zieht es mich immer wieder zurück. Auf mehreren Inspektionsreisen habe ich Lodges, Camps und Routen selbst getestet, und ich gestalte das Ostafrika-Portfolio von Safari Memories aktiv mit.

Eine große Robbe sitzt am Sandstrand, im Hintergrund kniet ein lächelnder Mann nahe am Wasser unter klarem Himmel.
Was mich an Kenia und Tansania nie loslässt, ist die Mischung: die so vielfältige Tierwelt inklusive der Big Five und der ständige Wechsel der Landschaften, die Begegnungen mit den Massai, Samburu und Kikuyu, die vielen Arten, das Ganze zu erleben – vom Game Drive über Buschwanderungen, Reitausflüge und nächtliche Pirschfahrten bis zum Fly-Camping – und am Ende der Wechsel von der weiten Savanne ans türkise Wasser des Indischen Ozeans.

Auf meiner Bucketlist

Turkanasee & Meru-Nationalpark

Ganz oben steht der Norden Kenias, der Turkanasee. Mich reizt diese Abgeschiedenheit: vom Buschflieger aus die Flamingos und Nilkrokodile am Wasser zu sehen und den Menschen des Turkana-Stammes zu begegnen, die noch sehr für sich leben, weit weg von der modernen Welt. Und dann in dieser Weite einmal beim Fly-Camping unter freiem Himmel zu übernachten – das ist genau meine Vorstellung von echtem Abenteuer. Der zweite Ort auf meiner Liste ist der Meru-Nationalpark. Hier wurde einst „Frei geboren“ gedreht, die Geschichte der Löwin Elsa, die mich schon als Kind geprägt hat. Meru ist heute eine bemerkenswerte Geschichte gelungenen Naturschutzes, beheimatet eines der größten Nashorn-Schutzgebiete und wird trotzdem nur von wenigen Reisenden besucht. Diese Ruhe abseits der bekannten Routen ist für mich der eigentliche Reiz.

Meine nächste Reise

Tansania: Katavi & Mahale

Als Nächstes geht es für mich in den Westen Tansanias, in die Katavi- und Mahale-Region – zwei der abgelegensten Parks des Landes. In Katavi freue ich mich auf die unberührte Wildnis und die Walking Safaris, für die der Park bekannt ist: zu Fuß durch ein Gebiet, in dem Büffel, Nilpferde und Löwen zu Hause sind. In Mahale wartet das, worauf ich mich am meisten freue – die wild lebenden Schimpansen, die dort seit den 1950er-Jahren von japanischen Forschern begleitet werden und die Ranger entsprechend genau kennen. Danach lockt der Tanganjikasee mit klarem Wasser: eine Sunset-Tour im Dhau-Boot, eine Runde im Glasboden-Kajak, einfach schwimmen. Und weil ich über die Jahre zum Birder geworden bin, freue ich mich auf die Vogelwelt, die hier am Rand des zentralafrikanischen Beckens ganz anders ist als im übrigen Tansania.

Über Nils – Wie Ostafrika mein Herz eroberte

Angefangen hat alles im Kinderzimmer. Ich habe damals das Hörspiel „Kimba, der weiße Löwe“ rauf und runter gehört, und diese Bilder von der afrikanischen Tierwelt haben meine Fantasie geweckt. Später kam „Der König der Löwen“ ins Kino – dieselben Landschaften, nach denen schon die Macher des Films in Ostafrika gesucht hatten. Und dann war da noch „Frei geboren“, die Geschichte der Löwin Elsa, gedreht im kenianischen Meru-Nationalpark. Jeder dieser Filme hat ein Stück zu dem beigetragen, was sich in mir festgesetzt hat.

Aus den Bildern wurde mit der Zeit echtes Interesse. Ich habe Dokumentationen verschlungen, immer mehr über die Region gelesen, und irgendwann reichte das nicht mehr – ich musste selbst hin. Meine erste Reise nach Ostafrika liegt jetzt rund zwanzig Jahre zurück, und sie hat alles verändert. Was ich vorher nur von Kassetten und aus dem Fernsehen kannte, stand plötzlich vor mir: die Weite, die Tiere, die Menschen. Seitdem lässt es mich nicht mehr los. Aus der Kinderfaszination ist erst ein Reisetraum und schließlich mein Beruf geworden – und die Begeisterung von damals trage ich bei jeder Reise noch in mir.

Orte, die mich besonders begeistern:

Mugie, Laikipia (Kenia)

Auf einem Game Drive in der Mugie Conservancy waren wir ganz allein in der Savanne unterwegs, als unser Guide plötzlich etwas im Fernglas entdeckte. Kurze Zeit später lagen wenige Meter vor uns zwei Geparden – Brüder, wie sich herausstellte. Fast eine halbe Stunde standen wir dort, ganz still, und hatten die Szene komplett für uns: die beiden ganz entspannt, völlig ungestört von uns. Geparden sind oft schwer zu finden und schnell wieder weg – diesen Moment so lange und so nah für uns allein zu haben, macht ihn bis heute besonders.

Masai Mara, Mara Triangle (Kenia)

Über das Mara Triangle bin ich einmal im Heißluftballon geschwebt, und dieser Blick von oben hat alles verändert. Unter mir der Mara River, gesäumt von kleinen Wäldern, dazwischen Sümpfe und die weiten Graslandschaften mit ihren Akazien – und mittendrin Elefanten, Giraffen, Nilpferde, Gnus und Antilopen. Diese Ruhe in der Luft, während sich die ganze Szenerie unter mir ausbreitet, ist mit nichts zu vergleichen. Zum Abschluss gab es standesgemäß ein Champagnerfrühstück mitten in der Savanne – der perfekte Ausklang.

Amboseli (Kenia)

Amboseli ist berühmt für ein bestimmtes Bild, und ich hatte das Glück, es genau so zu erleben. Wir waren als einziges Fahrzeug unterwegs, der Himmel klar, als eine große Elefantenherde ganz langsam an uns vorbeizog – vor uns, hinter uns, in alle Richtungen. Und im Hintergrund stand der Kilimandscharo. Es ist ein Klassiker, ja, aber in diesem Moment, ganz allein mit den Tieren und diesem Berg, verstand ich, warum.

Tarangire (Tansania)

Im Tarangire habe ich einmal ein Löwenrudel an einem frisch erlegten Zebra erlebt. Man konnte genau sehen, wie die Rangordnung im Rudel verteilt war – das Alphatier, die Weibchen, die jüngeren Tiere –, und wir waren so nah, dass wir das Knacken der Knochen hörten und die blutverschmierten Mäuler sahen. Auf der einen Seite ist das hart anzusehen, auf der anderen ist es Natur, wie sie wirklich ist. Teil dieses Schauspiels zu sein, während die Löwen sich von uns kein bisschen stören ließen, hat bleibenden Eindruck hinterlassen.

Ngorongoro-Krater (Tansania)

Der Ngorongoro-Krater ist ein Klassiker, das gebe ich zu – und trotzdem erwischt er mich jedes Mal. Wenn ich oben am Kraterrand stehe und in diese Weite blicke, wird mir bewusst, wie klein ich selbst eigentlich bin. Das relativiert vieles. Es ist ein Moment von Ehrfurcht und echter Dankbarkeit, so etwas erleben zu dürfen. Und dann, mit dem Fernglas, erhasche ich schon die ersten Tiere tief unten – Elefanten, Giraffen, vielleicht Löwen – und weiß: Gleich fahre ich hinunter und bin mittendrin.

Südliche Serengeti (Tansania)

Einmal war ich zur Calving Season Anfang des Jahres in der südlichen Serengeti. Während sich viele Reisende auf die dramatischen River Crossings im Spätsommer konzentrieren, finde ich diese Zeit mindestens ebenso eindrücklich: In wenigen Wochen bringen Hunderttausende Gnus ihre Kälber zur Welt. Entsprechend nah sind die Raubtiere – Löwen, Geparden, Hyänen, Schakale. Diesen Beginn eines neuen Lebenszyklus direkt mitzuerleben, mit all dem neuen Leben und der Gefahr, die zugleich lauert, war für mich einer der besondersten Momente in Ostafrika.

Wohin ich bereits gereist bin

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